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Der Anfang des Glaubens

Heinrich Balz: Der Anfang des Glaubens
Theologie der Mission und der jungen Kirchen

Theologie der Mission untersucht, was mit "Mission" rechtens gemeint ist. Im Gespräch mit den bekannten Entwürfen der Heilsgeschichte, der Missio Dei und der Verstehenden Missionswissenschaft sucht der Verfasser seinen eigenen Weg der, am Kommen des Glaubens nach Gal 3,23-26 und an Martin Luthers Auslegung des Galaterbriefs anknüpfend, den Anfang des Glaubens in das Zentrum rückt. Von ihm aus sind Mission und ihr Ergebnis, entstehende junge Kirchen, zwei Seiten derselben Wirklichkeit. Dem Bestehen des Glaubens geht, wie für den einzelnen, so für die Gemeinschaft, sein Entstehen voraus. Dieses verlangt, dass er, von westlichen oder nichtwestlichen, Boten dort hingetragen wird, wo er noch nicht ist. Die komplexe Aufgabe seiner Kommunikation geht der Aufgabe seiner verstehenden Aneignung voraus, ohne sich von ihr trennen zu können.

Teil I bestimmt die neue Lage der Mission von der Existenz der jungen Kirchen und der "Schwerpunktverlagerung des Christentums" zum Süden der Erde her, befragt die Kirchen Asiens und Afrikas auf die in ihnen entstehenden Missionstheologien, und versteht von der Apostelgeschichte des Heidenchristen Lukas aus das ganze Neue Testament als in spezifischer Weise ein Buch der jungen Kirchen.

Teil II entwickelt in interpretierendem Gespräch mit Heilsgeschichte und Missio Dei einerseits, in Anknüpfung an Gal 3,23 und 25 sowie an Luthers Galatervorlesung 1531 andererseits den "Anfang des Glaubens" als Mitte und Ausgangspunkt für Theologie der christlichen Mission.

Der umfangreichste Teil III geht vier Grundmomenten missionarischen Handelns nach: den erst in neuerer Zeit bewusst gewordenen von Armut und Entwicklung und von der Inkulturation des Evangeliums, sodann den alten Fragen von Mission, Religion und Bekehrung sowie der Bedeutung von Kirchenpflanzung. Die gefunde-nen Linien werden an zentralen biblischen Texten zur Mission bei Paulus und Matthäus und am Verhältnis Jesu zu Israel und den Heiden verifiziert.

Teil IV geht von der Kommunikation weiter zur Hermeneutik und dem Bestehen des Glaubens, zunächst im Gespräch mit Th. Sundermeiers "Verstehender Missions-wissenschaft" und B. Hoedemakers postmoderner Missionstheologie, dann im anknüpfenden Gespräch mit E. Fuchs, G. Ebeling und W. Herrmann über Entstehen, Bestehen und Tradieren des Glaubens. Die abschließende biblische Verifikation fragt nach einer nicht enthusiastischen, aber krisenfesten Verhältnisbestimmung von Sendung und Glaube bei Johannes.


Heinrich Balz, geboren 1938, in Romanistik und Theologie promoviert, habilitierte sich 1985 in Heidelberg für Religionsgeschichte und Missionswissenschaft. Er lehrte sechzehn Jahre an kirchlichen Hochschulen in Kamerun, Tansania und im Kongo. Von 1985 bis 1998 war er Professor für Religions- und Missionswissenschaft sowie Ökumenik in Berlin. Seit 2003 lebt er im Ruhestand in Weinsberg.